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Gemeinschaft für Heimatgeschichte e. V.
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Kinder und Jugend Hilfe Neuhauses

Das Kinderheim oder „Spitäle“

 

Im Jahr 1903, gründete Mathilde von Dellingshausen

in der Diözese Rottenburg-Stuttgart den Rettungs-verein vom guten Hirten, der 1979 zum Katholischen Sozialdienst e.V. Stuttgart umbenannt wurde. 1914 wurde von ihr das Kinder und Jugendheim Neuhausen gegründet.

Der damalige Pfarrer Dekan Josef Leser hat sich für den Bau des Kinderheimes sehr stark eingesetzt.
Am 2.10.1912 konnte die sogenannte Balluffwiese mitten im Ortskern gekauft werden. Da man auch auf Spenden angewiesen war, wurde unter dem Protektorat von Herzogin Maria Raineria ein großer Wohltätigkeitsbasar

im Stuttgarter Königsbau veranstaltet. Das Haus wurde

am 30.6.1914 feierlich eingeweiht. Es wurde von 10 Franziskaner-Schwestern aus Heiligenbronn geführt.

1916 fanden zwei hohe Wohltäter den Weg nach Neuhausen. Am 18. Mai besuchte Herzogin Philipp das Haus und am 23. Mai war Königin Charlotte zu Gast im Kinderheim. Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg war eine schwierige Zeit, da die allgemeine Versorgungslage sehr schlecht war. Um die Milchversorgung zu sichern, schaffte man 3 Milchkühe an. Der Versuch schlug aber fehl, da das Futter zugekauft werden musste. Dann wurde die Milchversorgung von Bauern aus Bernhausen und von der Hochschule Hohenheim gesichert.

 

Ein großer Wohltäter war auch der Ortsarzt Dr. Wintzheimer. Er behandelte die Kinder kostenlos und spendete immer wieder größere Geldbeträge. Leider verstarb er viel zu früh am 2.7.1917

 

In den Zeiten des II. Weltkrieges wurde ein Teil des Olga-Kinderkrankenhauses nach Neuhausen verlegt. Für die Neuhäuser eine Selbstverständlichkeit: Wo man helfen konnte, half man.

 

Es gab aber auch andere Überlegungen. Der Landrat von Esslingen wollte dort Patienten mit ansteck-enden Krankheiten unterbringen, die aus dem Kronenhof in Esslingen verlegt werden sollten. Dann trat die Stadt Stuttgart an die Heimleitung heran, um dort aus der Olga-Heilanstalt Kinder unterzubringen. Als man sich anfänglich weigerte drohte die Beschlagnahmung durch die NSDAP. Die Olga-Heilanstalt verlangte den Abzug des gesamten Personals und den Schwestern. Daraufhin sollte das Kinderheim nach Baindt verlegt werden und dort als „Kinderheim Neuhausen“ weitergeführt werden. Als die Neuhäuser Bevölkerung davon erfuhr, dass die Schwestern abgezogen werden sollten, regte sich erheblicher Widerstand. Worauf sich Einzelpersonen und Parteistellen für den Erhalt der Schwesternschaft in Neuhausen einsetzten.

Die etwa 40-50 Kinder, die im Kinderheim untergebracht waren, kamen aus vielen Nationen, Polen, Frankreich, Russland. Es waren Frühgeburten, Säuglingen, Kleinkinder und Jugendliche. Alle Kinder wurden pflegerisch und ärztlich gleich behandelt und wurden in gemischten Gruppen betreut. Nur bei

der Verabreichung von Penicillin, das nur in geringen Mengen verfügbar war, wurden deutsche Kinder bevorzugt. Während dieser Zeit verstarben im Kinderkrankenhaus 285 Kinder, die auf dem Friedhof bestattet wurden. Ein Gedenkstein dort erinnert an diese Kinderschicksale.


In den 50er und 60er Jahren wird das Haus mehrfach umgebaut. 1968 wurde der Dachstuhl entfernt und das Gebäude um 2 Stockwerke erhöht. 1990 wird der Mehrzweckbau „Villa Kunterbunt“ errichtet.
Da die Franziskanerinnen immer älter wurden und der Nachwuchs fehlte, zogen sich die Schwestern im Jahre 1986 in ihr Mutterhaus zurück 2001 schloss sich der Katholische Sozialdienst e.V. Stuttgart dem Sozialdienst katholischer Frauen-Bundesverband (SKF) an.


Es begannen dann Überlegungen, alle Gebäude abzureißen und funktionellere Gebäude zu errichten. Diese Überlegung wurde aufgegriffen und im Jahre 2019 konnten die neuen Gebäude eingeweiht werden.

 

 

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