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Gemeinschaft für Heimatgeschichte e. V.
Neuhausen auf den Fildern
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Pfarrer Max Weiger

Max Weiger ist am 12 April 1875 auf  Schloß Zeil geboren. Von 1894 an studierte er am Wilhelmsstift in Tübingen und empfing am 2. Mai 1899 die Priesterweihe. Danach war er Vikar  in Rottweil, Calw und Böblingen. 1916 präsentierte ihn König Wilhelm von Württemberg auf die Pfarrei Neuhausen. Am 2. Mai 1917 war seine feierliche Investitur in Neuhausen. Weiger war ein Mann von feiner Geisteshaltung und bewahrte im Gegensatz zu seinen Vorgängern etwas Abstand von der Öffentlichkeit und beschränkte

sich im Wesentlichen auf seinen kirchlichen Auftrag. Er hatte ein sehr großes Kunstverständnis, besonders die Kirchenmusik lag ihm sehr am Herzen. Bei einem Besuch von Pater Notker Langenstein im Jahre 1933 war dieser von den hellen Knabenstimmen der Ministranten so begeistert, dass anschließend Pfarrer Weiger den damaligen Dirigenten des Männer-gesangvereins, Oberlehrer Göppel bat, eine Knabenschola zu gründen. In Neuhausen hatte der Gesang eine lange Tradition und so konnte Herr Göppel eine Schola mit 12 Buben zusammenstellen. Aber erst als Kaplan Herschlein die Leitung der Schola übernahm, wurde diese ein fester Bestandteil der Kirchenmusik. Bei einem Besuch von Bischof Sproll in Neuhausen war dieser über den Gesang der Schola so begeistert, dass er sie nach Rottenburg einlud, wo sie beim Einzug des Domkapitels in den Dom singen durfte. Nach dem Tod von Oberlehrer Göppel übernahm Oberlehrer Dupper die Leitung des Männergesangvereins, der ja auch in der Kirche sang. Am 7. März 1941 musste Oberlehrer Dupper auf Drängen der NSDAP die Leitung des Kirchenchores innerhalb das Männergesangvereins und die Organistenstelle niederlegen. Pfarrer Weiger hat vermutlich die Entwicklung vorausgesehen. Am 22. März 1941 lud er die Pfarrgemeinde zu einem Vortrag ins Pfarrgemeindeheim ein. Thema des Vortrages war „Der Kirchengesang und die Pflichten eines Kirchenchorsängers“. Nach Abschluss des Vortrages wurde eine Liste ausgelegt, in die sich spontan ca. 60 Personen bereiterklärt, im zu gründenden Kirchenchor mitzusingen. Das war die Geburtsstunde des heutige so leistungsfähigen und erfolgreichen Kirchenchores.

Pfarrer Weiger war ein sehr guter Kanzelredner, der durch seine klangvollen und ausdrucksstarken Predigten die Gläubigen fesselte. Nachhaltigen religiösen Einfluss auf einen Kreis von Pfarrkindern hatten seine Bibelstunden, die  sehr gründlich und gewissenhaft von ihm vorbereitet und spannend und interessant vorgetragen wurden.

Im Frühjahr 1945 griff Pfarrer Weiger in das öffentliche Leben in Neuhausen ein. Nach der Besetzung von Neuhausen durch französische Truppen verlangten diese, dass sich im Rathaus Männer als Geiseln einfinden müssen, die bei einem Angriff auf die Besatzungstruppen standrechtlich erschossen würden. Als einer der ersten stellte sich Pfarrer Weiger zur Verfügung, um das Leben eines Familienvaters zu schonen. Aber alles ging gut. Zusammen mit dem beauftragten Bürgermeister Eduard Hermle leitete er den Wiederaufbau nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und brachte so etwas Ordnung  in das bestehende Chaos.

 

Seit einigen Jahren war Pfarrer Weiger zuckerkrank und am 29.11.1945 verstarb der beliebte Seelsorger. Er wurde auf dem Friedhof  von Neuhausen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung  beigesetzt, wo heute noch sein Grabstein steht. 

 

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