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Gemeinschaft für Heimatgeschichte e. V.
Neuhausen auf den Fildern
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Die öffentliche Wasserversorgung

Die Bevölkerung schöpfte um 1600 noch Wasser aus den Bächen, nur der Schlossherr hatte einen eigenen Brunnen der aus den Rohrbachquellen gespeist wurde.
1617 erlaubte die Obrigkeit, dass eine zweite Rohrleitung (Holzrohre, Deucheln) verlegt werden durfte die ebenfalls die Rohr-bachquelle anzapfte und einen Brunnen in der Obergasse (Bahnhofstraße) speiste.
Weiter gab es noch den Schmittenbrunnen am Gasthaus Löwen. Insgesamt gab es 7 Brunnen in Neuhausen. Bis 1850 kamen weitere hinzu, so dass es mehr als ein Dutzend waren.

 

Da einzelne Brunnen immer wieder mal trocken fielen, ließ Bürgermeister Uhl im Jahre 1882
die Rohrbachquellen durch Geometer Batzill untersuchen.
Er stellte fest, die Schüttung der Quellen war stark genug, um einen großen Teil der Bevölkerung versorgen zu können. Im Frühsommer 1882 waren Brunnen der Bahnhof- und Schlossstraße angeschlossen. 1902 wurden die Brunnen der Karl-, Kirch-, Keßler- und Brachstrasse angeschlossen.

1905 gab der Gemeinderat dem Drängen einzelner Bürger nach ihre Häuser an die Wasserversorgung anschließen zu können. In diesem Zusammenhang wurde eine großzügige Wasserversorgung geplant. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Rohrbachquellen für den Wasserbedarf aller Häuser in Neuhausen nicht ausreichte.
Oberbaurat Ehmann empfahl deshalb dem Gemeinderat sich der Filderwasserversorgung anzuschließen. Dieser Vorschlag fand jedoch keine Gegenliebe. Neuhausen wollte seine Bevölkerung aus eigenen Quellen versorgen. Messungen an der Riedbrunnenquelle ergab eine ausreichende Schüttung.

1906 wurde die Riedbrunnenquelle an die Wasserversorgung angeschlossen. 
Es stellte sich jedoch heraus, dass in trockenen Jahren, die Schüttung der beiden Quellen für den gestiegenen Wasserverbrauch nicht ausreichte.  Es wurde zusätzlich die Wagenbachquelle in die Wasserversorgung integriert.
Die Bevölkerung wuchs und damit auch der Wasserverbrauch. Nun versuchte man, in einem Zusammenschluss mit Wolfschlugen und Hardt die Wasserversorgung sicher zu stellen. In Oberensingen wurde ein Pumpwerk errichtet.
Nach dem zweiten Weltkrieg versuchte man erneut den Wasserbedarf aus eigenen Quellen zu decken. Wünschelrutengänger sollten neue Quellen finden, sie hatten jedoch keinen Erfolg.
Der Versuch sich an die Wasserversorgung von Esslingen anzuschließen schlug ebenfalls fehl.

Schweren Herzens entschloss sich der Gemeinderat zu dem was er 50 Jahre zuvor schon hätte tun sollen, es fiel der Beschluss sich der Filderwasserversorgung beizutreten.
Von dem Hochbehälter bei Hardthausen führte jetzt eine 5 Km lange Leitung zum Hochbehälter am Spitzbaum.
Bürgermeister Frick öffnete am 1.Mai 1950 den Schieber und die Wassernot in Neuhausen war ein für allemal beseitigt.

 

Textauszüge: Eugen Efinger, Heimatbuch von Neuhausen a.d.F.

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