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Gemeinschaft für Heimatgeschichte e. V.
Neuhausen auf den Fildern
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Plan der Grabhügelgruppe im Wald Horb

400 v. Chr. Keltische Grabhügel
Der hallstattzeitliche Bronzehalsring

 

Kulturell wird die keltische jüngere Eisenzeit vom Latène-Stil bestimmt, benannt nach seinem bedeutendsten

Fundort La Tène am Ufer des Neuenburger Sees in der Schweiz. Generell ist dieser Stil das Ergebnis lang anhaltender Kulturkontakte des keltischen Nordens mit dem mediterranen Süden. Die bisher so beliebten geometrischen Ornamente auf Keramik- und Metall-gefäßen weichen jetzt pflanzlich-figürlichen Schmuck-elementen. Die Hügelgräbersitte wird nördlich der Alpen anfangs noch beibehalten, um 300 v. Chr. aber durch das Körperflachgrab und in der ausgehenden Latènezeit durch die Wiederaufnahme der Brandbestattung abgelöst. Hervorstechendes Merkmal der Epoche ist die Entstehung einer städtischen Zivilisation. Im gesamten keltischen Siedlungsraum entstehen große mauergeschützte Siedlungsplätze, die die Römer Oppida (Städte) nennen. Auch in der Hallstatt- und Latènezeit sind hauptsächlich die südlichen Teile der Gemarkung Neuhausen besiedelt gewesen. Außerhalb dieser südlichen Siedlungszone barg aber Eugen Efınger im September 1951 in der Flur Fronäcker aus einer Baugrube Scherben aus der Hallstatt- oder Latènezeit“. Zwischen der Riedbrunnenquelle und dem Scharnholz, im Wald Horb, im Rothau und im Sauhag sind eisenzeitliche Grabhügel entdeckt worden. Im Wald Horb, wo 16 dieser Grabstellen beieinander liegen, wurden die Aufschüttungen früher offenbar für Fuchsbauten gehalten, Vermutlich daher der Flurname „Fuchslöcher“. Die in Neuhausen bis jetzt entdeckten Grabhügel sind aber sehr wahrscheinlich nur ein kleiner Rest des ursprünglichen Bestandes.

Dafür sprechen die häufigen Flurnamen mit dem Wort Bühl (= Hügel), die unter dem Eindruck vorzeitlicher Erhebungen, zwischen der dichten Vegetation zeichnen sich die Reste der ehemaligen

Grabhügel ab.

Aus einem der Gräber wurde um 1900 ein hallstattzeitlicher Bronzehalsring geborgen. Außerdem beobachtete man an dieser Stelle schwärzliche Bodenverfärbungen, die von sieben Hütten-stellen stammten. In den Fluren Egelsee, Oberes Tal, Kalkofen, Fronäcker, Bernhauser Weg, Flänern, Garnweidach sowie beim Riedbrunnen wurden seit den fünfziger und bis in die frühen siebziger Jahre zahlreiche hallstatt- und latènezeitliche Siedlungsspuren, in der Hauptsache Gefäß-scherben, entdeckt. lm September 1976 wurden beim Bau der Coop-Lagerhalle Randscherben von Schalen und Töpfen, eine Spinnwirtel aus dunklem Ton und ein glatter unverzierter Bronzering aus der Latènezeit, und im Egelsee Keramikscherben aus derselben Epoche geborgen. Die breite Streuung der Funde weist auf einige hallstatt- und latènezeitliche kleine Siedlungen im südlichen und südwestlichen Gemeindegebiet hin. Falls die Grabhügel bei den Häusern angelegt wurden, muss in Flur Fuchslöcher eine Siedlung existiert haben, ebenso nahe der Riedbrunnenquelle. Auch in den Fluren Oberes Tal, Plätzleswald und Garnweidach konnten Siedlungsspuren durchgehend seit dem Neolithikum nachgewiesen werden.

 

Textauszüge: „Neuhausen auf den Fildern“(Markstein Verlag)
Eugen Efinger: „Heimatbuch von Neuhausen auf den Fildern“

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