500 Jahre v. Chr.
Ein keltisches Dorf

 

Die Menschen verstanden damals schon die Kunst des Rotgusses und fertigten Schmuck und Gerät aus Bronze an. Später wanderten von der unteren Donau und aus den Alpenländern aufs neue Menschen ein und vermischten sich mit der alteingesessenen Bevölkerung zur großen Völkerschaft der Kelten.

Der Wohnsitz dieses Bauernvolkes reichte vom heutigen Frankreich über Süddeutschland nach Niederösterreich und Mähren hinein. Neues Leben erwachte im Neckarland auf der Alb und den Fildern. Es herrschte damals ein nieder-schlagreiches Klima, das den Lößgefilden zuträglich war und gute Ernten sicherte. Weil die zugewanderten Volksteile das Eisen und die Schmiedekunst mitbrachten, nennt man den beginnenden. Zeitabschnitt die Eisenzeit. Reges Leben entfaltete sich jetzt droben auf dem Kalkofen und oberen Egelsee. Dort lag ein großes Bauerndorf. Unregelmäßig waren die Hütten an den sonnigen Hang hingestreut, wo sich heute das Studienheim erhebt. Der Höhenkamm des Kalkofens gewährte den Lehm-

und Blockhütten Schutz vor den rauen Nordwinden. Etwa 30 bis 40 Mannsschritte lagen die Hütten voneinander entfernt, waren nicht viel größer als die Behausungen der Steinzeitbauern und zeigten ähnliche Baugrundrisse wie die Hütten im unteren Egelsee. Wir wüssten nichts davon, wenn nicht der Bagger im Sommer 1951 Wohngruben freigelegt hätte. Von den Pfosten und Balken war aber hier so wenig eine Spur zu finden wie im Steinzeitdorf. Aufgeschichtete Natursteine und rotgebrannte Ziegelbrocken zeigten die Herdstelle an. Die häuslichen Geräte aus Eisen und Bronze waren verschwunden und verrieten sich nur selten durch Spuren von Rost und Grünspan. Dagegen lagen zahlreiche Topfscherben inmitten der Wohngruben. Sie sind durchweg unverziert und von meist blass roter Farbe. Den Randstücken nach zu schließen dürften sie in der Zeit um 500 vor Christi Geburt entstanden sein. Nur ein einziges kleines Töpfchen kam unversehrt ans Tageslicht.

 

Textauszüge: Eugen Efinger: „Heimatbuch von Neuhausen auf den Fildern“

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