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Gemeinschaft für Heimatgeschichte e. V.
Neuhausen auf den Fildern
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Berichte über das Freibad

 

Pfarrer Weiger schrieb im Jahre 1928

 

Im Frühsommer eröffnet Badmeister Josef Eisele ein öffentliches Schwimm- und Luftbad. Vom Pfarramt auf die oberhirtlichen Leitsätze und Weisungen über Schwimm- Freiluft- und Luftbäder hingewiesen, worauf vollständige Trennung der Geschlechter zu fordern ist, verweigert er den Einbau zweckdienlicher Vorrichtungen und gesteht nur getrennte Badezeiten für beide Geschlechter zu in der Weise, dass das Bad zweimal wöchentlich von 2-5 Uhr nachmittags ganz für Frauen reserviert wird. Im übrigen will er das Bad ausdrücklich als Familienbad führen!

 

Auszüge aus der Badeordnung aus dem Jahre 1928

 

Die Badezeit beginnt morgens 7 Uhr und endigt für Erwachsene um 10 Uhr (22 Uhr), für Kinder unter 10 Jahren um 7 Uhr abends. Glockenschlag 10 nach der Kirchenuhr muss das Schwimmbecken verlassen werden, so dass der Baderaum um ein halb 11 Uhr abends abgeschlossen werden kann.

Im Interesse der öffentlichen Gesundheit und Reinlichkeit werden die Badegäste gebeten, das Badebecken möglichst rein zu halten.

Jedes Verunreinigen, sei es durch Schneuzen, Ausspucken im Bade, auf Wiesen und Wege, oder jedes Verunreinigen des Bades in sonstiger Weise ist deshalb strengstens untersagt und hat unbedingt Platzverweisung zur Folge.

Herren dürfen die den Damen zur Verfügung stehenden Räume und Kabinen nicht betreten; ebenso ist den Damen das Betreten der Herren-Räume untersagt.

Jeder ungebührliche Lärm und Unfug hat zu unterbleiben; falsche Hilferufe usw. sind als Unfug anzusehen und können polizeiliche Bestrafung nach sich ziehen.

 

Den besten und reichhaltigsten Eindruck von der ideal schönen Anlage des im Grün leuchtenden Sonnenbades und des in den grünen Wassern sich spiegelnden Badesees erhält man von der oberen Stelle des Sonnenbades. Von hier aus sieht sich das Auge rings von einer Baumgruppe umgeben, die nach Süden hin sich zu einem Park verdichtet, hinter dem die abschließenden Höhen der Filder und die beiden Schlösser und Häuser des alten Marktfleckens malerisch schön und träumerisch grüßend herüberwinken.

 

Neuhausen, den 14. Juli 1928 Josef Eisele, Bademeister

 

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