Hier finden Sie uns:

Gemeinschaft für Heimatgeschichte e. V.
Neuhausen auf den Fildern
Beethovenstraße 2               73765 Neuhausen a. d. F.

Kontakt

Rufen Sie einfach an         Tel.: 07158 5199 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

 

Der Kreuzweg an der Josefskapelle

Geschichtliche Hintergründe:
Im direkten Zusammenhang mit dem Gottesdienst am Gründonnerstag ist die Entstehung eines Kreuzweges am Feldweg zur Josefskapelle zu sehen, der am 16. Juli 1882 eingeweiht wurde. Dem stilistischen Zeitgeschmack entsprechend, wurden die Stationsbilder im neugotischen Stil gestaltet. Die Zeichnungen wurden von Werkmeister Fischer einen aus Neuhausen gebürtigen Bürger, unentgeltlich geliefert. Auf Blechtafel waren die Szenen des Leidenweges Jesu gemalt und in den massigen Sandstein eingelassen. Über deren künstlerische Gestaltung haben wir leider keine Bilddokumente oder andere Aufzeichnungen. Relikte der einstigen Formgebung sind heute noch auf der Rückseite der jetzigen Figuren zu sehen. Bedingt durch eine Flurbereinigung im Gewann Hochau im Jahre 1906 mussten die Stationen am Weg entfernt werden und wurden mit Bischöflicher Genehmigung auf dem freien Platz um die Kapelle aufgestellt. Der hiesige Maler Karl Mayer hat aus diesem Anlass die Stationsbilder "frisch gemalt", wie in der Pfarrchronik vermerkt. Ob darunter eine völlige Neugestaltung oder lediglich eine restauratorische Überarbeitung zu verstehen ist, lässt sich schwerlich interpretieren.

1953 waren die Kreuzwegstationen in einem miserablen Zustand, die Witterung ließ den Farbauftrag verbleichen, die Tafeln waren teils verrostet, teils standen die Steingehäuse leer. Man entschloss sich,

aus den vorhandenen Steinblöcken neue Stadionsbilder schaffen zu lassen. Mit Wilhelm Freiherr von Rechenberg aus Obernau bei Rottenburg fand man einen Bildhauer, dem es gut gelungen ist, aus den blockartigen Sandsteinkörpern Reliefs in den Stein zu meißeln, die bis auf eine Ausnahme immer nur eine Gestalt darstellt. Ebenso gab man die bisherige axiale Anordnung der Stationen auf und stellte die Figuren so, dass der Raum vor der Kirche sich weitete. Nach den Vorstellungen des Bildhauers sollte die Platzierung der Stationsbilder so aufeinander abgestimmt sein, dass der Weg des Leidens Christi wie in einem Zuge zu überschauen sei.

 

Der werdende Kreuzweg


Aus täglich  
über tausend Schlägen
wächst Stein um Stein
in Bild und Kraft
und Leid hinein.  

Es wächst das Werk
und wird so schwer
aus Erde, Not und Tod geboren.
Im Stein kommt Jesu Leiden her  
für alle, die in Schuld verloren.
  
Ist doch in diesen Steinen
ein sich Regen
ein aus der Mühe wundersames Rühren!  
Sind wir es nicht,
die hier Gericht und Segen
auch Tod und Auferstehung spüren?

So wächst nun weiter
aus Gebet und Schlag  
Geschautes über Nacht und Tag.. .
und Jesu Leiden wird Gestalt:  
erlösend - für uns stellvertretend
in Not und Todgewalt –

Wir aber, Schreitende von Stein zu Stein
sind Angerührte tief in Jesu Tod hinein,  
Und vor dem letzten Todesmal
sind wir Geführte über seinen Tod hinaus; 
es will der Herr uns so bekunden: 
"Ich habe für Dich überwunden  und führe Dich ins Vaterhaus !“

Da geht der Wanderer nun still und angerührt
in Frieden jenen Lebensweg
den Stein und Bild ihm weist-
und dankt dem Schöpfergeist  
der Schlag um Schlag
die Künstlerhand geführt.  

am 8. August           W. St.   

 

1. Station


"Nicht Schönheit hat er noch Gestalt;  

sieht man ihn an, so hat er nichts  Anziehendes,dass man sein begehrte. unter den  Menschen; ein Mann der Schmerzen, 
der weiß, was Siechtum ist. Wie verhüllt  ist sein Antlitz und verachtet,

so daß man Ihn nicht ansehen mag (Is. 53)  Christus ist ungerecht verurteilt. Er sieht  uns an und wir erkennen nichts, was uns sonst so liebenswert an ihm erscheint.” 

Hände, die gesegnet haben, sind gebunden. Er trät eine Krone von Dornen und zur Schmach ein Zepter aus den Stengeln des Hysop. 

Einen  Soldatenmantel hat man ihm umgeworfen. Aber er ist doch ein König, trotz der Dornenkrone.  Er ist doch Hirt und das Spottzepter wird  zum Hirtenstab und der Purpurmantel Schutz  und Zuflucht für die Seele.

 

2. Station


 “Ja, Vater.“

 

 Zwei Balken sind hergerichtet, die auf dem  Golgatha-Berg zum Kreuz zusammengefügt werden  sollen. Christus beginnt seinen Leidensweg  zu gehen. Er umfängt liebend und  ganz bereit  das Kreuz. An das Kreuz heftet er den Schuldbrief, den die Menschheit durch den Sündenfall  dem gerechten Gott gegenüber hat und tilgt diese Schuld durch sein Blut. Er will mit dem Kreuz und durch das Kreuz die ganze Welt erlösen und in Liebe sich für die ganze Schöpfung  opfern.

 

 

 

 

3. Station.


“Der Stein, den die Bauleute verworfen  haben, 
ist zum Eckstein geworden."  

 

Christus wird von den Menschen verworfen.  Alle menschliche  Schwäche, alle Niedertracht  und Bosheit lastet auf dem Herrn und drückt  ihn zu Boden. Das Kreuz ist Ihm aus den  Armen geglitten. 
noch wollen die Hände es fassen, aber er sinkt erschöpft zusammen.

 

 

 

 

 

 

4. Station

 


“Deine Seele wird ein Schwert durchdringen."

 

Die Mutter des Herrn sieht ihren Sohn. Erschrocken ist sie, voll von Schmerz, aber  ganz bereit, den Kreuzweg mitzugehen.
Wir  betrachten mit ihr den leidenden Herrn. Sie  mahnt und bittet uns, doch ihrem Sohn nicht  noch mehr weh zu tun und die zehn ausge-streckten Finger deuten auf die 10 Gebote  Gottes, die wir für unserm Lebensweg beachten  sollen. 

 

 

 

 

5. Station.

 

"Nimm dein Kreuz auf Dich und folge mir  nach"
"Wer mir dienen will, der folge mir nach  und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein."  


Simon will zuerst nicht das Kreuz tragen;  die Arbeit des Tages hat ihn müde gemacht.  Wie die Balken quer zueinander liegen, hat  auch Gottes Wille seinen Weg durchkreuzt.  Aber, je länger er trägt, um so einsichtsvoller und gelassener wird er. Er folgt dem Herrn nach und trägt die schwere Last.

 

 

 

 

6 .Station.

 

“Zeige uns Dein Angesicht und wir werden gerettet werden."  

 

Neben der Mutter des Herrn steht die Jungfrau  am Weg. Ihre ganze

Liebe und Bereitschaft  gilt dem leidenden Herrn. Er drückt sein  Antlitze in das dargebotene Schweißtuch.  Sie trägt sein Bild nicht nur im Tuch, das  Bild ist ganz lebendig in ihrem Herzen. Darum  darf sie auch das Bild Christi, der ihr ganzes Leben erfüllt den Menschen zeigen. 

 

 

 

 

 

 

7. Station

 

“Dieser ist gesetzt zum Fall und zur Auferstehung vieler in Israel."  

 

Die Empörung gegen Gott drückt den Herrn so  tief in dem Staub. Auch diese Last will Er  tragen und im Zusammenbrechen und Wiederaufstehen will der Herr uns allen helfen,  die wir uns aus eigener Kraft nicht aufrichten können.

 

 

 

 

 

 

 

8. Station


"Weinet über euch und eure Kinder." 

 

Dort begegnet dem Herrn die Jungfrau, hier die Mutter. Sie weint über

die Prophezeiung, die sich an ihren Kindern erfüllen wird. Sie möchte dem Herrn helfen, aber ihre Hände fallen ohnmächtig und in namenlosem Schmerz  herab, bittend um Schutz, Gnade und Segen für alle Kinder dieser Erde.     

 

 

 

 

 

 

9. Station.


"Sie trachten mich zu Fall zu bringen;  die Stolzen legen heimlich mir die Schlingen an. Sie legen Stricke meinem Fuß zur Schlinge; Längs meines Weges stellen sie mir Fallen. Herr, sei meine starke Hilfe, sei Schatten meinem Haupt am Tag der Schlacht"

 

Der Herr schützt uns sogar im Fallen und fängt  uns wieder auf, wenn wir am tiefsten darniederliegen. Von der Höhe des Stolzes wird der Mensch hinab  geschleudert in die Tiefe. Christus folgt dem Menschen bis ins aller tiefste Elend der Gottferne und holt ihn heim.  

 

 

 

 

10. Station

 

„Nur Schmähung und Leid hat mein Herz  zu erwarten. Da schau ich aus, ob einer  Mitleid mit mir habe - niemand kommt. Einen Tröster such ich - keinen find ich. Zur Speise geben sie mir Galle und tränken mich in meinem Durst mit Essig."  „ Ps. ,8. 

 

Christus reicht das  Gewand der Gerechtigkeit dem Vater und den Menschen dar. Nun hat er alle Dinge dieser Welt hergegeben und ist  bereit, sein Leben zu opfern.

 

 

 

 

 

11. Station.


"Siehe, ich komme, Beinen Willen zu erfüllen." “Kelter  trat ich ganz allein“. Kein Mann aus den Völkern stand mir zur Seite" (Js. 62 od._63)


Jesus, in beiden Armen einen Kreuzesbalken haltend ist bereit, sich kreuzigen zu  lassen. 
(Die  Balken sind gleich zwei Säulen einer Pforte, durch die der Hohepriester Christus  ins Allerheiligste eingeht, um das vollkommenste Opfer dem Vater darzubringen.)

 

 

 

 

 

12. Station


Er hat sich selbst erniedrigt und ist gehorsam-geworden bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist (Phil. 2)
Jesus bringt sich dem Vater dar. Der Herr hängt zwischen Himmel und Erde. Sein  Kreuz ragt in den Himmel hinein und sein geopferter Leib stellt die Verbindung - die  Brücke – wieder her von Gott zu Menschen.  Der Hohepriester opfert sich selber als Sühneopfer  für die Menschheit.

 

 

 

 

 

 

13. Station.

 

„O  ihr alle, die ihr des Weges kommt, merkt auf und schaut, ob je ein Schmerz  wohl meinem Schmerze gleicht.“ (Klage. 1,1)  

 

"Jungfrau, Gottesgebärerin! 

Er, den die ganze Welt nicht fasst, Er duldet diesen Tod am Kreuz: der Mensch gewordene Lebensspender (Graduale 7 Schmerzen)  

Glückselig die Schmerzen der heiligen Jungfrau Maria, die unter dem Kreuze des  Herrn ohne Tod die Martyrerpalme  verdiente".(Commuio, 7  Schmerzen) Maria empfängt den gekreuzigten Herrn und zeigt  ihn der Menschheit. Der Mantel, der den gepeinigten Leib bedeckt soll Symbol sein für  die schützende Mutterliebe, die Ihn noch einmal ganz umhüllt.

 

 

14. Sation.


„Wenn das Weizenkorn nicht in Erde fällt und stirbt, bleibt es allein,

wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht.„

 

„Wir aber müssen uns rühmen im Kreuze  unseres Herrn Jesus Christus,

In Ihm ist für uns das Heil, das Leben und die Auferstehung. Durch ihn sind wir gerettet und erlöst."( Gal.6.l4)

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Copyright bei der Gemeinschaft für Heimatgeschichte Neuhausen auf den Fildern e. V.