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Gemeinschaft für Heimatgeschichte e. V.
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Persönlichkeiten der Musikgeschichte

Die Familie Balluff, eine Musikersippe in Neuhausen

Vor 300 Jahren lebte der Handelsmann Peter Balluff, dessen Vorfahren 1683 aus Immenstadt im Allgäu nach Neuhausen einwanderte. Er ist der Musikvater unserer Sippe. Ein reicher Erbträger war der älteste Sohn Franz Balluff, der uns als Ortsvorsteher und Leiter der Kirchenmusik wiederholt begegnet ist.


Sein Sohn Johann Konrad Balluff war Lehrer in Oberkochen und Ödheim, wo er dieKirchenmusik leitete und ein Meister des Orgelspiels war. 

 

Der Sohn Anton Balluff war einer der bedeutendsten Kammersänger am Stuttgarter Hoftheater. Zunächst war er Militärmusiker in Ulm und sang auch im Münsterchor, siedelte 1870 nach Stuttgart über, wo er eine Stelle als Chorsänger erhielt. Als im Jahre 1885 eine Tenoristennot eingetreten war, wurde man auf Balluff aufmerksam.

„Diese Tenoristennot führte zu einer kaum zu glaubenden Entdeckung. Jahrelang hatte im Opernchor Anton Balluff mitgesungen, und niemand hatte bemerkt, war für Gold ihm in der Kehle steckte. Eines Abende ließ man ihn als Troubadur los, und seine glanzvolle Stimme entfesselte Stürme des Beifalls.“ Im Jahre 1904 schied Balluff aus und starb 20 Jahre später kinderlos. 


Der zweite Sohn des Schultheißen Franz Balluff, Lorenz Balluff,,war Domorganist und Lehrer an der Musikschule Rottenburg. Sein Bruder, der Lehrer Fridolin Balluff, leitete mehrere Kirchenchöre, war von 1895 an Oberlehrer in Ehingen und gab Unterricht in Klavier- und Orgelspiel. 

 

Fridolins ältester Sohn, Franz Balluff war jahrzehntelang Lehrer in Rottweil und Organist an der Heiligkreuzkirche, hat sich aber als Tonsetzer bewährt, wobei der Männerchor sein eigentlicher Schaffensbereich war. Im Jahre 1947 wanderte Franz Balluff nach Nordamerika aus. Vor seiner Abreise fand in der Heiligkreuzkirche eine musikalische Abendandacht statt, die ihm noch einmal Gelegenheit gab, seine musikalische Meisterschaft als überlegener Orgelspieler zu beweisen.


Der Bruder Bernhard Balluff, der in Wien studierte, war später erfolgreicher Chorleiter in der Schweiz und übernahm 1916 den Sängerbund und Stiftschor in Ellwangen, Seit 1924 war er Musikdirektor in Wangen i.A. und in Friedrichshafen und starb als hauptamtlicher Organist im Weil der Stadt  im  Jahre 1949.


Der Bruder Fridolin Balluff erhielt seine musikalische Erziehung ebenfalls in Wien, wo er 1901 die Staatsprüfung für Klavier, Orgel und Gesang bestand, Organist an der Votivkirche und Lehrer für Gesang und Orgel war. Später lebte er als Musikdirektor in Biberach a.R.

 

Von Peter Balluffs jüngerem Sohn, Josef Anton Balluff, ist nur bekannt, dass er im hiesigen Liederkranz gesungen und in der kirchlichen Musikkapelle die Geige gespielt hat. Seine älteste Tochter Viktoria heiratete den Schultheißen Gustav Beron und schenkte ihm zwei musikalisch begabte Söhne. Der älteste, Gustav Beron, war von 1857 bis Herbst 1859 Lehrer an der Volksschule in Neuhausen und gründete den Gesangverein Konkordia, der mit dem Sängerbund in Wettbewerb trat und seinen Bestand gefährdete. Als Beron weggezogen war, zerfiel der Verein.


Sein Bruder Wilhelm Beron erhielt am Lehrerseminar in Gmünd die musikalische Ausbildung, studierte seit 1860 am Konservatorium für Musik in Stuttgart und erhielt drei Jahre später einen Auftrag als Lehrer des Klavierspiels an der Dilettantenklasse. Gelegentlich versuchte er sich auch im Tonsatz, hatte aber nur geringe Erfolge. Er starb im Jahre 1908 im Altersheim in Altshausen.

 

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